Tattoo oder Piercing – soll ich oder soll ich nicht?

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Ob ein kleiner Schmetterling am Fußgelenk oder ein Totenkopf am Arm, ein Schmuckstein im Bauchnabel oder ein Ring in der Nase – fast jeder von uns hat wohl schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich ein Tattoo oder Piercing zuzulegen. Wenn du jedoch einen angeborenen Herzfehler hast, sollest du ein paar Dinge beachten – insbesondere, wenn du gerinnungshemmende Medikamente nimmst oder bei dir die Gefahr einer Endokarditis besteht.

Du nimmst gerinnungshemmende Medikamente?

Beim Tatöwieren wird die Farbe mit Nadeln unter die Haut gestochen. Somit entstehen leichte Blutungen. Wenn du Medikamente wie Aspirin, Marcumar, Cumadin oder ähnliches nimmst, wird deine Blutgerinnung gehemmt. Dadurch blutet es viel stärker. Die Tattoofarbe würde in diesem Fall durch die Blutung wieder ausgewaschen. Ein Tattoo ist damit ausgeschlossen.

Vorsicht! Unseriöse Tattoo-Studios könnten dir empfehlen, dein Medikament für eine gewisse Zeit abzusetzen, damit das Stechen eines Tattoos möglich ist. Das Absetzen deiner Medikamente kann jedoch lebensgefährlich sein! Das ist es nicht wert, oder?

Bei dir besteht die Gefahr einer Endokarditis?

Wenn bei dir die Gefahr einer Endokarditis besteht, solltest du um Piercings lieber einen großen Bogen machen und auch mit Tätowierungen sehr vorsichtig sein. Denn während des Tätowierens und Piercens können Bakterien in deinen Blutkreislauf und damit auch zu deinem Herz gelangen und es gefährden. Am wenigsten riskant sind Piercings im Ohr, da es nur schwach durchblutet ist. Vor Piercings in der Zunge oder an Schleimhäuten, die stark durchblutet sind, wie etwa in der Nase wird hingegen dringend abgeraten.

Obwohl eine Endokarditis recht selten vorkommt, solltest du das Risiko ernst nehmen. Wenn du dir trotz allem sicher bist, dass du dich piercen lassen willst, musst du vorher mit deinem Arzt sprechen, der dir Antibiotika zur Endokarditis-Prophylaxe verordnen kann. Denke aber daran, dass Antibiotika das Endokarditis-Risiko zwar mindern, aber nicht ganz ausschließen.

Darauf musst du achten

  • Sprich mit deinem Arzt darüber, dass du überlegst, dich tätowieren oder piercen zu lassen. Das Endokarditis-Risiko hängt jeweils davon ab, welchen Herzfehler du hast.
  • Wenn du unter 18 bist, brauchst du für ein Tattoo oder Piercing die Einwilligung deiner Eltern.
  • Achte auch darauf, dass das Tattoo-Studio sauber ist und mit sterilen Geräten arbeitet.
  • Wähle einen Tattoo- oder Piericingstudio, dem du vertraust. Sprich mit den Leuten vor Ort über deinen Herzfehler und das Risiko einer Endokarditis.
  • Falls du dich kürzlich piercen oder tätowieren lassen hast, solltest du dich bei Auftreten von Fieber, Kopfschmerzen, starkem Schwitzen, Gelenkschmerzen oder anderen Symptomen unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen.
Autor(en): Ulrika Hallin
Geprüft von: Dr. Ulrike Bauer
Letzte Aktualisierung: 2010-10-05

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Kommentare zu diesem Artikel

06.12.2011 | Agustin Guerrero, Argentina
Hola yo tengo cardiopatias congenitas pero no tomo ninguna medicacion estoy sano!!!!
hay algun problema?
en que me tatue?
yo tengo pustos aritos y no me paso nada!!
06.12.2011 | maria arevalo, españa
llevo tiempo queriendo hacerme un tatuaje en el pie,pero tengo un una valvula cardiaca y no se si correria mas riesgo que una cardiopatia normal.